Lenovo T-580 : Bios Upgrade V 1.44 lohnt sich

Meinem Lenovo ThinkPad T580 (Modell 20L9/20LA) habe ich heute ein BIOS-Upgrade (welches bereits am 28.10.2025 veröffentlicht wurde) gegönnt. Weil ich der Meinung bin, dass man mit dieser aktuellen BIOS-Version zusätzlich noch ein ganzes Stück Boot-Zeit aus der 580er-Kiste herauskitzeln kann. :-)

... und viel wichtiger!

Obwohl Lenovo "End of Development Support" schreibt, fixen sie mit diesem Update (1.44) kritische Sicherheitslücken in der Intel-Firmware sowie einen gravierenden Bug bezüglich der Thunderbolt-Schnittstelle. Mit dieser Version sind zusätzliche Absicherungen enthalten, die das Zusammenspiel mit dem Thunderbolt-Chip weiter stabilisieren.

Der Link zum Download für das BIOS-Upgrade Boot-Image n27ur37w.iso, direkt von der Lenovo-Support-Seite.

Den USB-Boot-Stick unter Linux Mint erstellen

Wir nutzen dafür das Tool geteltorito, um das bootfähige Image aus der ISO zu extrahieren, da Lenovo die ISOs im "El Torito"-Format für CDs bereitstellt.

  1. Notwendiges Tool installieren:

    sudo apt update && sudo apt install genisoimage
    
  2. Das Boot-Image von *.img zu *.iso konvertieren: Navigiere in deinem Terminal in den Ordner, in dem die heruntergeladene ISO liegt (meist ~/Downloads), und führe diesen Befehl aus...

    geteltorito -o bios_update.img n27ur37w.iso
    
  3. Das Image auf den USB-Stick schreiben: Bevor du den USB-Stick einsteckst, führe im Terminal den Befehl lsblk aus und sieh dir die Tabelle genau an. Stecke jetzt einen leeren USB-Stick (mindestens 200 MB groß) ein und führe lsblk erneut aus. Sieh jetzt nach, welcher Buchstabe in der unteren Liste neu hinzugekommen ist. Das ist dein Stick, welcher zum Booten verwendet wird (z. B. /dev/sdb).

  4. Vorsicht: Achte darauf, das richtige Laufwerk zu wählen!

    sudo dd if=bios_update.img of=/dev/sdx bs=4M status=progress && sync
    

    (Ersetze /dev/sdX durch deinen Stick, z. B. /dev/sdb.)

  5. Das Update durchführen

    • Netzteil: Schließe dein T580 unbedingt an das Stromkabel an. Da dein interner Akku (BAT0) eventuell schwächeln kann, darf der Strom während des Flashens keinesfalls unterbrochen werden.

    • Boot-Menü: Starte das ThinkPad neu und drücke mehrfach F12, um das Boot-Menü aufzurufen.

    • Auswahl: Wähle deinen USB-Stick aus.

    • Update: Folge den Anweisungen auf dem Bildschirm. Wähle im Menü "Update System Program" und bestätige die Abfragen mit einem "Yes". Obacht, Y und Z sind auf deiner deutschen Tastatur vertauscht! Nachdem man den Upgrade-Prozess mit "Yes", also mit *Z*, angestoßen hat, wird währenddessen der Lüfter auf Höchstdrehzahl anspringen und eventuell das T580 unter Ausgabe mehrerer Hinweise mehrfach neu starten. Das ist normal. Dieser Vorgang kann durchaus einige Minuten andauern. Unterbrich diesen Zyklus niemals. Schalte das Gerät auf gar keinen Fall manuell aus und warte so lange ab, bis das System wieder normal zum Desktop hochbootet.

Nach dem Upgrade.

Das Terminal ist auch dein Freund.

systemd-analyze


Startup finished in 7.729s (firmware) + 4.455s (loader) + 14.104s (kernel) + 5.989s (userspace) = 32.278s
graphical.target reached after 5.963s in userspace.

Das sind ordentliche Werte für ein ThinkPad T580! Eine Gesamtzeit von etwa 32 Sekunden bis zum Xfce-Desktop ist für ein verschlüsseltes System absolut okay.

Hier ist eine kurze Einordnung der Zahlen:

  • Firmware (7,729s): Das ist der Teil, welcher mit dem Update auf 1.44 optimiert wurde. Für ein T580 ist das ein sehr guter Wert. Es zeigt, dass die Hardware-Initialisierung zügig durchläuft.

  • Kernel (14,104s): Dieser Wert wirkt auf den ersten Blick etwas hoch, ist aber bei meinem Setup völlig normal. Weil die Systempartition (nvme0n1p3_crypt) komplett verschlüsselt ist, benötigt der Kernel diese Zeit, um die Entschlüsselung (LUKS/LVM) zu verarbeiten, um schlussendlich die Dateisysteme einzuhängen. Prozessor: CPU i5-7300U

  • Userspace (5,989s): Hier spielt der Xfce-Desktop seine Stärken aus. Unter 6 Sekunden für den grafischen Teil ist extrem flink. Das zeigt, dass mein Linux Mint System 22.3 recht optimal konfiguriert ist und keine unnötigen Dienste den Start wegen einer halb angezogenen Handbremse unnötig hinauszögern.

Mit diesem Tutorial übernehme ich keinerlei Haftung, falls bei euch etwas in die Binsen geht. Ein fehlerhaftes BIOS-Upgrade macht jedes MoBo (PC) unbrauchbar!!