Tschüss GIMP hier ist Pinta

Warum ich GIMP endlich von der Platte gefegt habe

An dieser Stelle mal etwas Genörgel, man gönnt sich ja sonst nichts. :-)

Ihr kennt das sicherlich: Du willst eigentlich nur mal eben schnell die Welt retten – oder, was im digitalen Alltag viel häufiger vorkommt, die Größe eines Urlaubsfotos ändern, damits ins Web passt und mal eben schnell ein, zwei Zeilen Text in ein Bild einfügen. Nichts Wildes, sollte man meinen.

Also öffne ich GIMP.

Und jedes Mal fühle ich mich wie ein Praktikant bei der NASA. Drei schwebende Fenster, 400 Werkzeuge, von denen gefühlt 97 Prozent aussehen wie chirurgisches Besteck, und ein Ebenen-Management, für das man mindestens ein abgeschlossenes Mathematikstudium benötigt.

Ach Mann, dabei wollte ich doch nur mal eben schnell ein Bild resizen, verdammt! Ich wollte kein digitales Meisterwerk für den Louvre erschaffen, bei dem ich den Lichteinfall jedes einzelnen Pixels manuell berechnen darf.

Nach zehn Minuten erfolgloser Suche nach dem hoch heiligen „Speichern“-Button – welcher bei GIMP höchst professionell „Exportieren“ heißt, man wills dem dummen Benutzer nicht zu einfach machen, wenn es auch schön akademisch kompliziert geht – hatte ich die Schnauze gestrichen voll.

GIMP verhält sich wie ein langsam kriechender 40-Tonnen-Lkw, um mit diesem wuchtigen Gerät morgens zwei Semmeln beim Bäcker zu kaufen. Tatsächlich kommt man zwar irgendwann mal am Ziel an, nur das Einparken ist halt der reine Horror Trip. Okay, ich habe nach langem Hin und Her eingesehen, es ist definitiv das falsche Werkzeug für mich ist.

Es kommt wie es kommen muß: Der Befreiungsschlag: sudo apt purge gimp

Und dann kam Pinta. Installiert, gestartet – und was soll ich sagen? Es ist wie die digitale Kuscheldecke. Ein Button für Text, ein Button für die Größe, und das Beste: Ich finde alles auf Anhieb! Selbsterklärende Tools, so mag ich das. Es bedient sich so fluffig, dass ich es fast "Pinata" nennen möchte – weil jedes Mal, wenn ich es benutze, eine Ladung Effizienz und gute Laune herauspurzelt, statt Frust und damit einhergehende Kopfschmerzen.

Pinta-Einarbeitungszeit: Wenige Minuten

GIMP-Einarbeitungszeit: Gefühlt Monate >

Mein ThinkPad T580 atmet spürbar auf. Keine überladene Software-Leiche mehr. Ab jetzt wird einfach nur gechillt gearbeitet und nicht mehr studiert. GIMP, adieu.